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Alltag

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Ich bin es wieder, Silin. Schaut auf das Luftbild, da bekommt Ihr eine gute Übersicht über das gesamte Wohnheim. Könnt Ihr sehen, wo Ihr euch jetzt gerade befindet? [Pause…] Seht ihr den Baum links unten im Bild. Das Gebäude davor, da seid ihr drin.

Das Foto ist zwar historisch, aber die Häuser und der Hof, die Wege und Grünflächen dazwischen sehen heute noch ähnlich aus. Seit 2015 sind sie mein Zuhause, zumindest vorübergehend. Auch wenn dies eine Übergangsstation sein soll, habe ich hier fast meine gesamte Kindheit verbracht. Es gibt wahrscheinlich wenig Leute, die sich hier so gut auskennen, wie ich. Ich bin sogar einmal innerhalb des Lagers umgezogen. Wie ihr seht, ist es ein großes Gelände und um sich gut orientieren zu können unterscheide ich die Häuserreihen nach ihren Spielangeboten in den Höfen. Also in: Zirkus, das ist der Hof, den ihr aus den Fenstern seht, dann Bolzplatz, Tischtennis und dann Sand. Wenn ich Freunden sage, „Wir treffen uns beim Sand dann wissen sie was ich meine.“

Im Frühling und Sommer verbringen wir die meiste Zeit draußen. Rechts außerhalb des Bildes auf dem Gelände befindet sich ein Garten. Davor war das lange eine ungenutzte Fläche.

In der Corona Zeit hatten alle die hier wohnten es besonders schwer. Frauen der Anstiftung, eine aus der unmittelbaren Nachbarschaft, hatten eine tolle Idee, diese Gartenfläche sinnvoll zu nutzen.

Sie riefen dafür den „Tag der offenen (Garten)-Tür“ ins Leben. Entstanden ist ein Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten und Sitzecken, Nutzpflanzen und Kräutern – alles selbst gebaut! Es haben echt viele mitgemacht, auch Leute aus der Nachbarschaft, die nicht selbst im Wohnheim wohnen. Die Anstiftung fördert Projekte, bei denen man selbst mitanpacken kann und die helfen eine Gemeinschaft zu fördern. Über das Garten-Projekt im Wohnheim könnt Ihr sogar in einem Buch nachlesen: Schaut es Euch gerne unten in den Medien an. Ihr könnt es kostenfrei herunterladen.

Jeder Mensch sehnt sich danach frei und selbstbestimmt zu Leben. Das Leben in einem stets kontrollierten Lager steht im Gegensatz zu dem Wunsch nach Selbstbestimmung und Freiheit. In dieser Situation sind Projekte wie die der Anstiftung hilfreich, um die Hoffnung nicht zu verlieren.

Was könnt ihr tun, damit neue Menschen in Eurer Nachbarschaft es leichter haben sich ein neues Zuhause aufzubauen?

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