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Koffer

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Seid Ihr draußen angekommen? Und steht am Koffer?

Mit so einem Koffer ist Wilfried Seiring, der Herr den Ihr am Anfang gehört habt, hier angekommen. Er floh aus der DDR nach Westdeutschland, um in Freiheit zu leben und sich selbst zu verwirklichen. Heute ist er Zeitzeuge und seine Geschichte ein Teil der Ausstellung. Er wird uns noch einige Male auf unserer Tour begegnen.Wie er kamen über 1,3 Millionen Menschen aus der DDR in West-Berlin an. Es waren so viele, dass in Marienfelde im April 1953 ein zentrales Notaufnahmelager errichtet wurde. Hier wurden viele Menschen untergebracht und mussten das sogenannte Notaufnahmeverfahren durchlaufen. Ab den 60er Jahren kamen die sogenannten „Aussiedler:innen“. Das waren Personen, zum Beispiel aus der Sowjetunion, die wegen ihrer deutschen Vorfahren einwandern durften. Anfang der 2000er Jahre wurde die Aufnahmestelle geschlossen, und dann 2010 als Übergangswohnheim für Geflüchtete und Asylsuchende wiedereröffnet. Fünf Jahre später kam ich hier an.

Es ist ein bewegter Ort, an dem seit über 70 Jahren viele unterschiedliche Menschen durch dieselben Türen rein und rausgegangen sind.

Tippt unten auf das erste Bild.

Das Luftbild von 1961 zeigt, wie groß das Lager damals war. Würden wir heute von oben draufgucken, würde es fast noch genauso aussehen, denn die Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Sie dürfen nicht verändert werden. Vorne ist das Museum und der hintere Teil des Lagers ist heute das Übergangswohnheim, mein Zuhause. Wir Jugendlichen aus dem Heim beschäftigen uns oft mit der Geschichte des Ortes, zum Beispiel haben wir 2023 eine Kunstaktion gemacht. Wir haben Bilder an den Fassaden unserer Wohnhäuser gestaltet, die Geschichten zum Ort und seinen Menschen heute vermitteln. Tippt unten auf das Bild „Paste-Up“, um Euch die Aktion genauer anzusehen.

Uns war damals wichtig zu sagen: jede Flucht und jede Migration hat ihre ganz eigene Geschichte. Gemeinsam haben sie die Hoffnung auf eine bessere und sichere Zukunft.

Die Erinnerungsstätte ist ein besonderer Ort der Migration, wo wir der Vielfalt dieser Geschichten begegnen können. Wie sind wir als Menschen in diesen Migrationsbewegungen verbunden? Wie können wir dazu beitragen einander achtsamer zu begegnen? Wie können wir Menschen helfen, sich ein neues Zuhause aufzubauen und die Hoffnung nicht zu verlieren.

Geht nun zurück ins Museum. Die nächste Station ist im Foyer, dort wo Ihr die Tour gestartet habt.

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